.fuß gefasst.

Dienstag, 11.10.2011

Welcome back!

Es sind nun einige Wochen vergangen, doch mir kam es so vor, als wäre es nur ein einziges Wochenende. Dadurch, dass es immer etwas zu tun gibt und ich mich in meiner freien Zeit mit meinen neu gewonnenen Freunden treffe, habe ich an manchen Tagen kein Zeitgefühl. Es geschieht alles automatisch. Ich brauche wirklich endlich wieder eine Armbanduhr! 

Der besagte Sonntag, an dem ich den ersten Eintrag schriebt, liegt schon etwas her, aus diesem Grund werde ich euch einen kurzen Überblick geben:

18. September, So: Das Treffen mit den anderen Au Pair Mädchen war ganz nett. Viele waren wie ich erst seit einer Woche in Luxemburg (Schulanfang), deshalb fiel mir der Anschluss nicht besonders schwer. Außerdem sind alle miteinander sehr nett und pflegen einen angenehmen Umgang. Dass wir ins Kino gegangen sind, um "Trust" zu sehen, was sicherlich kein fabelhafter EInstieg, da man nur vor und nach dem Film ins Gespräch kommen kann, aber allein der Film hat sich gelohnt. Besonders augenfällig war hierbei die traditionelle Verteilung der Rollen in einer Familie: Der Vater fühlt sich als Beschützer der ganzen und die Mutter übernimmt den emotional mitfühlenden Part. 

In der Woche vom 19. bis 23. September befasste ich mich mit meinen Pflichten, bügelte zum ersten Mal Louise-Henrianes Kleidung, lernte ein paar ihrer neuen und alten Freunde kennen, ärgerte mich mit ihr über die vielen Hausaufgaben, traf die Putzfrau, die verdammt faul ist, und freute mich auf mein freies Wochenende. 

21. September, Mi: Ich schrieb mich erfolgreich für den Spanischkurs B1.1 im Institut national des langues ein. Ein kleiner Test und Geldübergabe, so schnell kann es gehen. Jetzt darf ich für ein Semester Spanisch lernen und ich sage euch, der Kurs ist tausendmal besser als der mit Bettina. Am Abend entschloss ich mich auch den Hip Hop Kurs zu besuchen. Dazu musste ich in die Stadt fahren, ein Parkhaus suchen, was viel Zeit in Anspruch nahm, weshalb ich letztendlich zu spät kam. Aber keine Sorge: Der Kurs fand nicht statt. Der Grund war unzureichende Mitgliederanzahl. Ich sollte die nächste Woche einfach im Ellipse Sportzentrum vorbeischauen.

23. September, Fr: Verabredung am Hamilius (Busbahnhof und Bank in LU C) mit den anderen Au Pairs. Es waren andere und einige, die ich schon kannte, dabei. So traf ich beispielsweise Melanie wieder, die nur aus Lust und Laune als Au Pair arbeitet. Sie hat schon die Ausbildung in der Tasche, aber noch nicht die Möglichkeit zu arbeiten. Summa summarum ist sie schon drei Jahre in LU C. Dann lernte ich zwei verrückte Mädchen aus Österreich kennen, die viel Fetz in weiblicher Gesellschaft haben: Annika und noch mal eine Melanie. So gingen wir erst in die altbekannte Bar "Scotts" (Grund), wo tolle Electro-Disco-Musik läuft und jeder seinen Spass hat. Ein Uhr schließt diese Bar leider, deshalb packten wir unsere Sachen zusammen und stiefelten ins Clausen. In Clausen gibt es eine ganze Passage, in der sich eine Disco bzw. Bar an die nächste reiht. Wir gingen leider Gottes in das aufgeheizte King Wilma. Es wurde ähnliche MUsik wie in Scotts gespielt, nur war das Publikum eindeutig älter. Es war eng und wir begannen auf den Tischen zu tanzen. Gegen drei Uhr mussten wir gehen, da der letzte Bus halb vier fährt. Also raus, in die angenehm kühle Altweibersommernacht und zum Bushäuschen. Der Bus war voll und ich saß neben einem ziemlich Betrunkenen Kerl, der sich nichtsdestotrotz zu einem Gespräch aufraffen konnte ;) Unser Gespräch war scheinbar so spannend, dass sich ein junger Luxemburger anschloss, den ich nun freudig zu meinen Freunden zählen kann. WIr wohnen in derselben Straße, was Gemeinsamkeit genug ist, um eine Station früher auszusteigen und noch auf dem Sportplatz die Sterne zu bewundern. 

Die folgenden Abende verbrachte ich größtenteils mit Jean-Paul (mein Nachbar, der aber Luxemburger ist) und seinen Freunden aus Cents. Meiner Pflicht als au Pair ging ich weiterhin nach und fuhr sogar einmal über die Grenze nach Arlon. Jedoch nicht zur Besichtigung der Stadt, sondern zum Atelier de Couture. Jean-Paul ließ sich sogar dazu überreden, mir die Stadt zu zeigen. So kam ich zu einem tollen Photo:

Palais Luxemburg und diesem (eine Bar, die ich tagsüber nicht wiedererkannt hätte)  GO TEN

Cécile flog für drei Tage nach London, weshalb ich drei schöne Tage mit Louise-Henriane verbrachte. Wir gingen zum Arzt, luden Freunde zum Abendessen ein und genossen das Haus ohne Mami. 

Louise-Henriane mit der Arzt-Katze

An einem Tag besuchten wir das neue Haus in Hamm, was immer noch im Bau ist. Wenn alles glatt geliefen wäre, könnten wir diese Woche einziehen, aber was soll's. 

Hier sind wir in Louise-Henrianes Zimmer. Es ist sehr niedrig, aber noch ist sie klein, da stört das Dach nicht Lachend

Dachgeschoss, Hamm

Diese Tage ist das Wetter sehr wechselhaft. Manchmal reißt die Wolkendecke auf, das meistens nieselt es und windet. Am früher Morgen, wenn ich Louise-Henriane zur Schule fahre, brechen wir immer durch eine dicke Nebeldecke in Grund bzw. Clausen ein. Ganz schön anzusehen, wie im Märchen. Die ganze Stadt sieht soweiso immer aus wie das perfekte Setting für jeden mittelalterlichen Film.

Man sehe... nichts

Wenn wieder ein paar Wochen vergangen sind und es sich meiner Meinung nach lohnt, wieder etwas zu schreiben, gibt es einen neuen Eintrag.

Bis dahin, ich grüße euch alle aus dem verregneten Cents!

 

.ankunft, eingewöhnung und mehr.

Sonntag, 18.09.2011

Ein lautes Salut an alle, die sich zu diesem Blog Zutritt verschaffen konnten Zwinkernd

Ich freue mich ein wenig für mich selbst, dass ich diesen Schritt gewagt habe, um:

1. mich einen Schritt weiter in Richtung Selbstständigkeit zu bewegen,

2. ein kleines, aber interessantes europäisches Land neun Monate entdecken zu können,

3. neue Freundschaften zu schließen

und schließlich

letztens: der französischen Sprache näher zu kommen.

Wie ihr sicher bald merken werdet, läuft manches anders als geplant. Aber ich nehme es, wie es kommt und ärgere mich nicht darüber.

Am 14. September 2011 machte ich mich auf den Weg zum Zug (natürlich mit Mama) und es ging los. Ich hatte etwas Angst, dass mein Ticket nicht anerkannt wird, da es Probleme mit der Bezahlung gab. Als dann die Schaffnerin kam, übergab ich das Ticket, schloss meine Augen und versuchte das Gerät zu verhexen! Entweder hat es gewirkt oder meine Buchung ist doch erfolgreich verlaufen. Auf der Strecke zwischen Mainz und Koblenz gab es etwa eine Woche vorher einen Erdrutsch, weshalb der Zug auf der rechten anstatt auf der linken Seite des Rheins fuhr. Das kostete mich eine ganze weitere Stunde, da die selbstverständliche Verspätung der Deutschen Bahn auch noch hinzugefügt werden muss. Als es dann Richtung Luxemburg ging, wurde der Zug schlagartig leer. Nur ein paar Studenten und schick angezogene Beamte und ein alter Opa, der mich als ich auf die Toilette ging anschaute, als hätte ich nicht mehr alle Tassen im Schrank.

Da Cécile (meine au pair Mutti) auf der Beerdigung ihres am Wochenende verstorbenen Vaters war, konnte sie mich nicht vom Bahnhof abholen, der, wie scheinbar jeder Bahnhof, eine einzige Baustelle ist. So schlenderte ich direkt zu den Taxen, nannte die Adresse, mein Fahrer fragte einen anderen, wo das denn sei, und fuhr geschlagene 20 Minuten durch eine Stadt, die mir komplett fremd ist/ war. Angekommen musste ich den Hausschlüssel suchen: Das (mein) Auto war offen und da sollte der Schlüssel irgendwo sein. Ich fand ihn auch, aber erst nachdem ich drei andere aus dem Durcheinander las. Die passten natürlich alle nicht... Das Haus ist zweigeschossig und ist kühl (Temperatur). 

Mein Zimmer sieht wie folgt aus (keine Angst, es ist nicht gelb):

  .das gar nicht so gelbe zimmer.

  Ich habe die Konstellation der Möbel nach meinem Geschmack vorgenommen, wenngleich es nicht viele Möglichkeiten gab. Das Zimmer hat eine Größe von geschätzten 17 m². Was sich jedoch bald ändern wird, da die Familie, ich eingeschlossen, Ende Oktober/ Anfang November umziehen wird. Deshalb darf ich auch die Gestaltung meines neuen Zimmers (das au-pair-Zimmer, das dann für alle Eweigkeiten so aussehen wird!) übernehmen, sprich: Farbe der Wände, Vorhänge, Bilder….nur die Möbel sind vorgegeben. Das hört sich an wie eine ganz besonders schwierige Rechenaufgabe.

Von Zeit zu Zeit fliegen Flugzeuge vorbei. Dann wird es laut und man muss, um sich verständlich zu machen, die Stimme etwas anheben. Das wird auch im neuen Haus so sein, leider.

  .flugzeug.

Am Mittwoch, den 14. September, schaute eine Freundin (Laetizia) von Cécile nach mir. Laut ihr müsste ich in der Weihnachtszeit unbedingt den Weihnachtsmarkt in Strassburg besuchen. Na dann, lass es Advent werden! Bis dahin werde ich aber noch viele Fahrten zum Ballettunterricht, zum Schwimmen und der Schule von Louise-Henriane (sieben Jahre, 3. Klasse) unternehmen.

Louise-Henriane ist ein nettes, aufmerksames Mädchen, manchmal kommandiert sie ihre Mutter und mich herum, aber ich bin das von Konrad, von dir, meinem lieben Bruder, nicht anders gewohnt. Ihr Deutsch - ich soll möglichst deutsch mit ihr sprechen – ist erstaunlich gut, vor allem die Aussprache. Oft versteht sie jedoch nicht, was die Texte, die sie liest, überhaupt bedeuten… Doch ich habe neun Monate Zeit, um ihr deutsch auf den Stand von anderen sieben-/ achtjährigen Deutschen zu bringen. Und das ist möglich!

Sowohl der Donnerstag als auch der Freitag vergingen rasend schnell:

Dorthin fahren, hierhin fahren, in jeder freien Stunde will Cécile ihr neues Haus besichtigen, das etwa 2 km entfernt ist, alles für die Schule vorbereiten (Freitag war L-H erster Schultag in einer für sie neuen Privatschule) und mich beim Einwohnermeldeamt anmelden, ein Bankkonto eröffnen und mir einen Termin bei der Sprachschule organisieren.

Den Samstag hatte ich ab Mittag frei, den Sonntag vollständig. Deshalb treffe ich mich heute Abend mit anderen Au Pair Mädchen aus ganz Luxemburg. Ich hoffe, dass ich eine aus Luxemburg Stadt (LU C) finde, mit der ich auch unter der Woche zum Beispiel einen Spaziergang durch das schöne Grund machen kann.

  .auto.

Ach, für die, die es interessiert: Autofahren in LU C ist einfach, vorausgesetzt man hat einen Navi! Das hier ist das Auto, was ich für die nächsten neun Monate verwenden darf. Jedoch leider nicht, um ab und zu in die Schweiz zu fahren…

Ich beantworte gern eure Fragen, soweit es mir möglich ist! 

Erster Eintrag

Freitag, 09.09.2011

Dies ist der erste Eintrag in meinem neuen Blog. In Zukunft werde ich hier über meine Erlebnisse im Ausland berichten.